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RUND UM DEN HEILIGEN BERG
ARCHÄOLOGISCHE FUNDE, RÖMERSTEINE UND MARMOR IM BEZIRK VOITSBERG
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Das Burgschloss Alt-Kainach beherbergt im Erdgeschoss seit
1985 die von Prof. Dr. Ernst Lasnik eingerichtete - und 1994 in Zusammenarbeit
mit Univ. Doz. Dr. Bernhard Hebert vom BDA erweiterte - ständige Sonderausstellung
RUND UM DEN HEILIGEN BERG - Archäologische Funde, Römersteine
und Marmor im Bezirk Voitsberg.
Im Auftrag des Steirischen Burgenvereines - und mit finanzieller Unterstützung
des Landes Steiermark und der Stadtgemeinde Bärnbach - hat Prof. Dr. Ernst
Lasnik im Jahr 2012 eine Neugestaltung dieser, mehrere wichtige Themen ansprechenden
ständigen Sonderausstellung vorgenommen.
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Namensgebend für
diese ständige Sonderausstellung ist der HEILIGE BERG. Dieser
539 m hohe, sich unmittelbar nächst der Stadt Bärnbach über
100 m hoch aus dem Kainachtal erhebende Berg zählt zu den ältesten
Siedlungsplätzen der Steiermark. Archäologische Ausgrabungen in den
1970er-Jahren bestätigen die Anwesenheit des Menschen seit rund 6000 Jahren.
Die Sonderausstellung zeigt umfangreiches, aus verschiedenen Zeitepochen -
von der Kupferzeit bis in die Spätantike - stammendes Fundmaterial vom
Heiligen Berg. Ergänzend dazu wird auf weitere prähistorische Höhensiedlungen
im Bezirk Voitsberg hingewiesen und auch Fundmaterial von weiteren Siedlungsplätzen
- z. B. dem Wartenstein bei Ligist (mit einer Siedlung der Chamer-Kultur) oder
dem Horaweiblloch in Södingberg - gezeigt.
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Bereits im Spätmittelalter
scheint der Heilige Berg in Dokumenten als MONS SACER (Heiliger Berg) auf.
Im Jahr 1660 stiftete Gräfin Eleonore Eusebia von Wagensperg die aus Kirche,
Grabkapelle und Kreuzgruppe bestehende Kalvarienberganlage, welche um 1730/40
durch vier Kreuzwegkapellen erweitert wurde. Bis in die Zeit vor dem Zweiten
Weltkrieg gab es auf dem Heiligen Berg reges kirchliches Leben. Danach folgte
eine Zeit des Verfalles und erst unter Pfarrer Monsignore Dr. Friedrich Zeck
kam es wieder zu einer Belebung. Auf seine Initiative wurde am 23. März
1975 vom Karmel Mariazell aus, auf dem Heiligen Berg der Heilig-Kreuz-Karmel
gegründet und seither ist der Heilige Berg wieder ein Ort des Gebetes,
der Hoffnung, der Ruhe und Besinnung geworden.
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Ein weiterer Schwerpunkt
der ständigen Sonderausstellung ist den RÖMERSTEINEN gewidmet. Diese
Steindenkmäler - an denen die Steiermark und gerade der Bezirk Voitsberg
ausgesprochen reich sind - zählen zu den wichtigsten Zeugen der römerzeitlichen
Kunst und Kultur. Heute finden wir die Römersteine wenn nicht in Museen,
dann meistens in Kirchen - in der näheren Umgebung von Alt-Kainach z.
B. in Piber, Köflach, Geistthal und vor allem in Stallhofen - eingemauert,
wo sie entweder als willkommenes Baumaterial dienten oder aus Interesse an
ihren Darstellungen und Inschriften bewahrt wurden. Die ständige Sonderausstellung
zeigt neben einer umfangreichen Fotodokumentation auch mehrere Original-Römersteine.
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MARMOR AUS DEM BEZIRK
VOITSBERG. Bereits die Römer kannten und nutzten die Marmorvorkommen am
Fuße der Gleinalpe (im Oswaldgraben, wo sie auch eine Steinmetzwerkstätte
betrieben) sowie im Bereich von Salla. Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts wurde
der Kainachtaler Marmor wieder verstärkt von den Steinmetzen und Bildhauern
verwendet und eine besondere Blüte erlebte er dann im 19. und frühen
20. Jahrhundert. Viele Grabdenkmale und viele Architekturteile wurden aus heimischem
Marmor geschaffen. Ab den 1970er-Jahren wurde der Abbau von weißem Marmor
im Gebiet zwischen Kainach und Salla zur Industrie. Zum Abbau und zur Aufbereitung
des Marmors stehen heute moderne Maschinen und Werksanlagen zur Verfügung.
Besonders gefragt sind eisenfreie Sande und Körnungen für die Baustoffhersteller,
die Glasfabriken sowie die Chemische Industrie.
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